Geschichtliche Entwicklung

Mitte des 19.Jahrhundert brachten englische Kolonialoffiziere aus Indien ein Spiel nach England, das "Poona" genannt wurde. 1872 führte man dieses Spiel in Badminton House vor, dem Landsitz des Duke of Beaufort. Der Landsitz Badminton gab dem Spiel den Namen, unter dem es sich später in aller Welt verbreiten sollte. Um die Jahrhundertwende wurde das Spiel
über Großbritannien hinaus bekannt und verbreitete sich zuerst
in Ländern, die unter britischem Einfluß standen. Neun Nationen
gründeten 1934 den Weltverband IBF (International Badminton Federation).
1953 wurde der Deutsche Badminton-Verband (DBV) gegründet. Nahezu 60
nationale Verbände aus allen Erdteilen gehören heute dem Weltverband an.

Nationale Wettkämpfe

1953 Erste Deutsche Meisterschaft in Wiesbaden.
Seit diesem Jahr werden alljährlich Deutsche Meisterschaften ausgetragen, denen Qualifikationsturniere in den Landesverbänden bzw. in Bezirken vorausgehen. Die Meisterschaften werden nach Alter getrennt in den Schüler-, Jugend-, Junioren- (U22) und Seniorenklassen ausgetragen. Der Deutsche Mannschaftsmeister wird in der 1.Bundesliga ermittelt.

Internationale Wettkämpfe

1899 Erste AII-England-Badminton-Championships; galt bis zurEinführung der Weltmeisterschaften als inoffzielle Weltmeisterschaft; Sie wird jährlich in London ausgetragen.
1903 Erstes Länderspiel zwischen England und lrland
1948 "Thomas-Cup" Weltmeisterschaft für Herrennationalmannschaften
1956 "Uber-Cup" Weltmeisterschaft für Damennationalmannschaften
1968 Erste Europameisterschaft in Bochum (alle 2 Jahre)
1972 Erste Mannschaftseuropameisterschaften in Karlskrona (alle 2 Jahre)
1972 Erste Badminton-Demonstration bei den Olympischen Spielen in München
1977 Erste Weltmeisterschaft in Malmö (alle 2 Jahre)
1978 Erster Europacup der Mannschaftsmeister
1988 Zweite Badminton-Demonstration bei den Olympischen Spielen in Seoul
1989 "Sudirman Cup" Weltmeisterschaft für gemischte Nationalmannschaften
1992 Erste Teilnahme an den Olympischen Spielen in Barcelona

Daten zur Wettkampfbelastung

Maximale Geschwindigkeit des Balles beim Verlassen des Schlägers ca. 420 km/h; Dauer eines Spiels schwankt zwischen 15 bis 90 Minuten; durchschnittliche Herzfrequenz während des Einzels 160 - 185 Schläge/ Minute, Doppel 140 - 170; durchschnittlicher Kalorienverbrauch ca. 12,6 Kcal./kg Körpergewicht/Stunde; durchschnittlicher Gewichtsverlust während eines Einzels ca. 2 %.

Ein Vergleich des Finales von Wimbledon 1985 zwischen Boris Becker und Kevin Curren und dem WM Finale zwischen dem Dänen Morten Frost und dem Chinesen Han Jian förderte überraschende Ergebnisse zu Tage. So legten die Badmintonspieler in einer Zeit von 90 Minuten eine Wegstrecke von 7,3 km zurück, während die Tennisspieler nur 3,7 km auf den Beinen waren. Mit durchschnittlich 13,5 Schlägen pro Ballwechsel sind die Badmintonexperten wesentlich mehr beschäftigt als die Tennisspezialisten mit 3,4 Schlägen pro Ballwechsel.
Noch frappierender ist die Tatsache, daß die Tennisspieler bei ihrem Dreistundenmatch lediglich 18 Minuten oder 9 % der Spielzeit reinen Ballkontakt besaßen, die Badmintonspieler dagegen 37 Minuten oder 48 %. Das zeigt vielleicht am besten, welchen enormen körperlichen Belastungen die heutigen Topspieler im Badminton ausgesetzt sind.